Blu-ray Review: Tödliches Kommando – The Hurt Locker

5. Dezember 2009 | Von nk | Kategorie: Blu-ray Reviews, Reviews, Top Story


Blu-ray Erscheinungstermin: 03.12.2009

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Anbieter: Concorde Home Entertainment
Genre: Krieg, Drama, Action
Originaltitel: The Hurt Locker
Regie: Kathryn Bigelow
Drehbuch: Mark Boal
Darsteller: Jeremy Renner, Anthony Mackie, Brian Geraghty, Guy Pearce, Ralph Fiennes, David Morse, Evangeline Lilly, Christian Camargo
Kinostart: 13.08.2009
Video: 1080p, 1,85:1, VC-1 encodiert
Audio: Englisch und Deutsch in DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel: Deutsch

Laufzeit: 2h 11 Min 5 Sek.

Region: B
FSK: ab 16
Anzahl der Discs: 1x BD25




Film:

Tödliches Kommando - The Hurt Locker: Guy Pearce, (c) ConcordeKathryn Bigelows The Hurt Locker behandelt den (für Cineasten und Kriegsfilmbegeisterte vergleichsweise ungewöhnlichen) Alltag einer Einheit, spezialisiert auf Bombenentschärfung. Drei Personen sind hierbei maßgeblich: Der Sprengstoffexperte William James (Jeremy Renner) und die zu seiner Rückendeckung abgestellten Soldaten JT Sanborn (Anthony Mackie) und Owen Eldrige (Brian Geraghty). James scheint dabei zur Missbilligung seiner Kameraden immer wieder den besonderen Kick zu suchen und gern unnötig riskant zu handeln.

Der draufgängerische James betrachtet den Krieg als seine persönliche Aufgabe und Herausforderung und versteht die ständige Gefahr bereits als Normalzustand. Gleichzeitig versucht Sanborn so rational wie nur irgend möglich zu agieren und alles Emotionale auszuklammern. Eldrige als “Küken” hingegen ist unsicher und leichter verwundbar.

Obwohl bei einer derartigen Figuren-Konstellation oftmals die Gefahr besteht, in Stereotypen abzudriften, zeigt die Regisseurin immer auch die Seite hinter dem Draufgängertum.

Faszinierend an Bigelows Inszenierung ist speziell der Wechsel zwischen nervenzerreißendem und brutalem “Kriegsalltag” und den “psychischen” Momenten der Charakterzeichnung. Untermalt wird das Ganze durch perfekt kompositionierte Bilder und orchestrierte Action-Sequenzen. Obwohl episodenhaft aufgebaut, geht dem Film nicht das Geringste an Spannung verloren.

Besonders an dem Film ist aber auch seine neutrale und nicht wertende Erzählung. So bleibt es dem Zuschauer allein überlassen das Geschehen zu interpretieren. Mit den zahlreichen genial in Szene gesetzten und gespielten Charaktermomenten wird dem Betrachter dann dazu auch genügend Gelegenheit gegeben.

Einzelne Sequenzen für sich genommen mögen vielleicht unspektakulär erscheinen, das Gesamtbild ergibt jedoch eine unsäglich spannende Geschichte, die extrem sehenswert ist.

Urteil: sollte man gesehen haben




Bild:

Tödliches Kommando - The Hurt Locker: Guy Pearce, (c) ConcordeVorweg: Concorde nutzt das deutsche in VC-1 encodierte Bildmaster, inklusive fixer Untertitel für arabische Dialogbestandteile und übersetzter Einblendungen.

Visuell wird der Film von einem ständig sichtbaren groben Filmkorn geprägt. Ebenfalls typisch ist ein oftmals recht steiler Kontrastverlauf. Farblich tendiert das Bild regelmäßig – mal mehr, mal weniger – ins Gelbliche. Wobei die Farben generell zurückgenommen wurden. Neben diesen stilistischen Entscheidungen, die zwar hervorragend zum Film passen, aber einen echten Wow-Effekt von vornherein verhindern, zeigt sich eine öfter zu sehende schöne Detaildarstellung. Gleichzeitig lässt auch die Schärfe nichts zu wünschen übrig.

Wer sehr genau hinsieht, wird jedoch gelegentlich auf kleinere Störungen und Artefaktbildungen stoßen. Diese könnten sich teilweise durchaus mit Beschädigungen am Filmmaterial erklären lassen. Außerdem dürften im Fall der Artefakte, die besonders in Außenszenen auftreten, die tausenden feinen mit aufgenommenen Sandpartikel die Kompression an ihre Leistungsgrenzen bringen. Trotz der vorhandenen Probleme, die man in der Regel nur wahrnimmt, wenn man genau weiß, wonach man sucht, handelt es sich um einen ordentlichen Transfer.

Urteil: 6 von 8 Punkten




Ton:

Tödliches Kommando - The Hurt Locker: Szenenbild, (c) ConcordeFür den Ton stehen ein englischer und ein deutscher Audiotrack in DTS-HD Master Audio 5.1 zur Wahl. Im Allgemeinen tendiert The Hurt Locker auf Grund seiner Charakteristik eher zu verstärkten Front-Anteilen. Doch sobald Umgebungsgeräusche auftreten, werden diese sauber auf alle Kanäle aufgeteilt.

Dank der detailreichen Wiedergabe und realitätsbetonten Auslegung der Soundeffekte, wird der Zuschauer/Zuhörer derart in das Soundfeld eingehüllt, dass man meinen könnte, man würde mit den Protagonisten zusammen im Humvee sitzen, nach dem überfliegenden Helikopter ausschauhalten oder vom herum fliegenden Schutt der Detonation bedeckt.

Während der Sound mit einer schönen Brillanz glänzt, sind die Bässe tendenziell etwas zurückgenommen. Wobei dies offenbar eine stilistische Entscheidung ist, denn speziell bei der letzten Explosion darf der Subwoofer noch einmal richtig zeigen, was er drauf hat.

Während die Effekte keinen Anlass zur Kritik bieten, könnte ihr Verhältnis zu den Dialogen besonders in der Originalfassung an einzelnen Stellen durchaus etwas ausgewogener sein. Andererseits entstand beim direkten Vergleich beider Fassungen der Eindruck, dass der Originalsound ein kleines Stück brillanter, feiner klingt und lauter abgemischt wurde, als das deutsche Gegenstück.

Urteil: 7,5 von 8 Punkten




Tödliches Kommando - The Hurt Locker: Brian Geraghty, (c) ConcordeBonusmaterial:

Extras:

Kinotrailer

  • Deutscher Trailer (1:02 Min., VC-1, HD)
  • Originaltrailer (1:44 Min., VC-1, HD)

Interviews:

  • Anthony Mackie (2:10 Min., MPEG-2, SD)
  • Brian Geraghty (1:21 Min., MPEG-2, SD)
  • David Morse (1:57 Min., MPEG-2, SD)
  • Guy Pearce (3:49 Min., MPEG-2, SD)
  • Jeremy Renner (2:09 Min., MPEG-2, SD)

Bhind the Scenes (12:21 Min., MPEG-2, SD)

B-Roll (12:55 Min., MPEG-2, SD)

Programmtipps:

  • Knowing (1:54 Min., VC-1, HD)
  • Babylon A.D. (1:33 Min., VC-1, HD)
  • Iron Man (1:42 Min., VC-1, HD)
  • Der unglaubliche Hulk (2:31 Min., VC-1, HD)
  • Im Tal von Elah (2:10 Min., MPEG-2, SD)

Leider  besteht das Bonusmaterial, von einer Handvoll zusätzlicher Trailern einmal abgesehen, lediglich aus kurzen Interviews, einem mittellangen “Behind the Scenes”-Feature und einer B-Roll. Zwar erhält man einige interessante Informationen zur Entstehung des Films, dennoch hätte man sich hier mehr gewünscht. Außerdem ist es im Zeitalter von Blu-ray und HDTV ein Ärgernis, wenn Extras auf einer HD-Scheibe nur in Standardauflösuzng zu sehen sind.

Fazit:

The Hurt Locker ist für jeden anspruchsvolleren Filmfan absolut sehenswert und vielleicht sogar der beste Film des Jahres. Die technische Umsetzung der Blu-ray ist trotz kleinerer Mängel im guten Bereich und sollte auf keinem Fall vom Ansehen abhalten. Nur die Extras lassen an Umfang und HD-Auflösung vermissen

Gesamturteil: Kaufempfehlung


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Ein Kommentar
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  1. TÖDLICHES KOMMANDO – THE HURT LOCKER

    Film: 4 von 10
    Mein erster Blindkauf und gleich der erste Totalausfall. Eigentlich mag ich diesen Doku-Stil mit Wackelkamera, groberem Korn, etc. – wie man ihn auch schon von “District9″ oder “Cloverfield” her kennt. Hier funktioniert dies nur bedingt, denn im Gegensatz zu den genannten Filmen, wirkt es bei “Tödliches Kommando” einfach nur billig. Der Film beginnt interessant, handelt aber das Highlight aus dem Trailer in der ersten Viertelstunde ab und zeigt danach auch nicht mehr viel Neues. Immer wieder begleitet man die Soldaten auf ihren Einsätzen, wo es dann ab und an auch mal spannend wird. Jedoch werden die Charaktere dermaßen oberflächlich abgehandelt, dass man kaum mitfiebert. Das liegt sicher auch an dem üblen Drehbuch, denn alles wirkt lieblos aneinandergereiht. Einzig der Hauptdarsteller (Jeremy Renner) lässt ab und an mal etwas tiefer blicken, um dann jedoch im nächsten Moment schon wieder in den nächsten Logikfettnapf zu treten. Am Ende wird dann nochmal ganz kurz der Kontrast Irak/USA gezeigt und wir kommen zum Fazit, dass unser Protagonist ein harter Kerl ist und das, was er macht, einfach braucht um glücklich zu sein. Wirklich zum Denken anregen tut der Film nicht – der mögliche Versuch an etwas in uns zu appellieren scheitert an der banalen und inhaltslosen Darstellung. Hier hätte die Umsetzung im Stil von “BlackHawkDown” wenigsten noch für optisch gute Unterhaltung gesorgt – so bleibt der Zuschauer leider nur gelangweilt, nicht miteinbezogen und enttäuscht auf der Couch zurück. Schade, aber der Film konnte mich leider in keinster Weise packen – auch wenn viele Kritiken hervorragend ausgefallen sind.

    Bild: 5-9 von 10
    Das Bild schwankt zwischen total unscharf, total verkörnt, miesem Konrast, bis hin zum fast perfekten Bild mit etwas Filmkorn. Die negativen Dinge sind gewollt und sollen den Doku-Stil des Films unterstützen. Die meiste Zeit bewegt sich das Bild aber zwischen 7 und 8. Somit für diese Art von Film völlig ok.

    Ton: 9 von 10
    Die BluRay bietet DTS-HD Master Audio 5.1 in Deutsch und Englisch. Die deutsche Tonspur habe ich nach 5 Minuten nicht mehr ausgehalten – so schlecht ist die Synchro, die wohl ebenfalls den Doku-Stil unterstützen soll. Mich hats allerdings einfach nur genervt. Der O-Ton kommt dann schon um einiges besser rüber, wobei sich 80% auf dem Center abspielt, da der Großteil des Films aus Dialogen besteht. Wenns denn mal kracht, dann wackelt die Hütte und die Surrounds werden hervorragend mit eingebunden!

    Equipment:
    - Philips 42PFL7404H LCD-TV
    - Philips BDP7300 BluRay-Player
    - Thomson DLP-550HT 5.1-Soundsystem

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