Blu-ray Review: Batman: The Dark Knight

19. Dezember 2008 | Von nk | Kategorie: Blu-ray Reviews, Reviews, Top Story

Blu-ray Erscheinungstermin: 22.12.2008
Anbieter: Warner Home Video
Genre: Thriller, Action, Fantasy
Originaltitel: The Dark Knight
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan, Jonathan Nolan
Darsteller: Christian Bale, Heath Ledger, Aaron Eckhart, Michael Caine, Maggie Gyllenhaal, Gary Oldman, Morgan Freeman, Monique Gabriela Curnen, Cillian Murphy, William Fichtner
Kinostart:

Video: 1080p 2,40:1 (1,78:1 IMAX Sequenzen)
Audio: Englisch in Dolby TrueHD 5.1, Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch und Italienisch in Dolby Digital 5.1
Untertitel:

Englisch, Brasilianisches Portugiesisch, Portugiesisch, Kastilisches Spanisch, Spanisch, Chinesisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Koreanisch, Norwegisch, Schwedisch

Laufzeit: Min. Sek.
Region: A, B, C
FSK:

freigegeben ab 16 Jahren

Anzahl der Discs: 2




Film:

The Dark Knight ist deutlich geprägt von der neuen Ernsthaftigkeit und den psychologischen Elementen, die seit geraumer Zeit das Comic-Universum prägen. Dazu gehört auch, die Handlung mehr in unsere reale Welt zu bewegen. Dies zeigt sich nicht nur in der Bildsprache des Films. Auch Gotham City ist keine Metropolis im Gothic-Look mehr, sondern nur noch eine normale Großstadt unserer Zeit. Selbst die Mono-Rail-Bahn und die wenigen kosmetischen Anpassungen an den Gebäuden aus Batman Begins fehlen diesmal.

Neben den filmischen Mitteln spiegelt sich das Mehr an Realismus auch in den Fragestellungen des Films wider, die sich stark an den aktuellen Geschehnissen unserer Zeit orientieren. Was ist der Kampf gegen das Böse wert, wenn man dadurch nur mehr Böses heraufbeschwört? Darf man die eigenen moralischen Prinzipien opfern um das Böse zu bekämpfen, auch wenn man sich dafür mit ihnen auf eine Stufe stellen würde? Dies sind Fragen, mit denen Batman (Christian Bale) konfrontiert wird, als er im Triumvirat mit Lt. Gordon (Gary Oldman) und Staatsanwalt Dent (Aaron Eckhart) fast die gesamte Mafia vor Gericht zerrt und diese daraufhin den unkontrollierbaren Joker (Heath Ledger) auf Gotham loslässt.

Der Joker wiederum verkörpert das schiere Böse, das gewaltsam, unberechenbar, unfassbar und unaufhaltbar die Stadt immer weiter in Anarchie und Chaos stürzt. Dabei geht der geniale Verbrecherkopf durchaus nicht wahllos vor, denn der Mann hat eine Mission, die in Batmans moralischer Überlegenheit ihr Ziel gefunden hat. Dafür begibt sich der Joker auf einen mit gnadenloser Brutalität vorangetriebenen Feldzug, der Batman davon überzeugen soll, dass jedermann korrumpierbar ist und er mit seinem unbedingten Glauben an das Gute im Menschen alleine steht.

Allerdings verstecken sich in dem Film auch einige Widersprüche und Ungereimtheiten, welche das wahre Wesen des Jokers verwischen. So verfügt das kriminelle Genie über eine durchorganisierte Helfer-Truppe mit Verbindungen bis weit in den Polizei- und Justizapparat hinein. Und letztendlich verlangt er natürlich nach nichts anderem als der Kontrolle über die Stadt. Das alles sind Merkmale, die dem Bild des willkürlich handelnden Chaoten widersprechen. Insofern lässt die Geschichte auch zu, dass es sich bei dem Joker nur um einem gewöhnlichen Verbrecher handeln könnte, der sich lediglich hinter der Maske des Chaos versteckt, um mit der erzeugten Angst seine Macht auszuüben. Eine Vorgehensweise, die mit Sicherheit nicht ungewollt an die von Terroristen erinnert.

Aber abseits philosophischer und bedeutungstechnischer Erwägungen ist The Dark Knight natürlich auch perfekt inszeniertes Hollywood-Kino mit atemberaubenden Bildern, bombastischen Action-Sequenzen und klasse Schauspielern. Wobei natürlich Heath Ledger am meisten hervorsticht, aber auch Christian Bale wieder seine Klasse beweist. Allerdings glänzt der Film nicht nur in den Hauptrollen mit ausgezeichneten Darstellern, die Nebenrollen sind mit Aaron Eckhart, Maggie Gyllenhaal, Morgan Freeman und Michael Caine ebenso hervorragend besetzt.

Dieser Film verspricht eine komplexe Handlung, Oscar-verdächtige Schauspieler und geballte Action gepaart mit packender Spannung bis zum Schluss.

Urteil: sollte man gesehen haben




Bild:

Als exklusive Besonderheit wird auf der Blu-ray nicht die normale Cinemascope-, sondern die IMAX-Version von The Dark Knight präsentiert.

Prinzipiell bietet der 70 mm Film einer IMAX-Kamera eine deutlich höhere Auflösung als üblicherweise bei Kinofilmen zum Einsatz kommender 35 mm Film. Neben der Auflösung unterscheiden sich die beiden Film-Sorten auch in ihrem Bildseitenverhältnis. So werden auf 35mm gedrehte Produktionen in der Regel entweder in 2,40: 1(Cinemascope) oder 1,85:1 gezeigt, während das IMAX-Bild ein Seiten-Verhältnis von nahezu 4:3 aufweist.

Für die Dark Knight Blu-ray hat man sich allerdings entschieden, das 4:3 IMAX-Bild auf 1,78:1 (16:9) zu beschneiden. Da nur die Action- und einige wenige weitere Szenen mit einer IMAX-Kamera aufgenommen wurden, spiegelt sich die IMAX-Variante daher in einem von Zeit zu Zeit zwischen 2,40:1 und 1,78:1 (16:9) wechselnden Bildseitenverhältnis wieder. Dabei wurde das wechselnde Seitenverhältnis so gut eingearbeitet, dass man dies fast gar nicht bemerkt.

Allerdings fallen bei genauerer Betrachtung durchaus Unterschiede zwischen den mit der 70mm-Kamera gedrehten Sequenzen und dem auf normalen 35mm Film gefilmten Bildern ins Auge.

So sind die IMAX-Sequenzen mit ihrer optimalen Schärfe und Tiefe sowie extrem feinen Detailwiedergabe praktisch makellos. Selbst in dunklen Szenen geht hier kein Detail verloren. Dagegen tendieren in Cinmascope-Szenen mit geringer Beleuchtung gelegentlich dunkle Bildbereiche dazu, einzelne Details zu verschlucken. In Szenen bei Tageslicht stehen dann aber auch die auf 35mm gedrehten Bilder ihren IMAX-Kollegen, abgesehen von einem Hauch Schärfe, in nichts nach.

Wie so oft wurde auch bei The Dark Knight die Farbgebung nachträglich manipuliert, so erhalten einige Szenen einen grünlichen, rotbräunlichen/orangenen oder bläulichen Farbeinschlag. Insgesamt glänzt der Transfer mit einer gelungenen weitgehend natürlich gehaltenen und vielfältigen Farbpalette, die durch einen sehr guten Schwarzwert ergänzt wird.

Einziger Wehrmutstropfen sind die gelegentlich erkennbaren “Heiligenscheine” bzw. Doppelkonturen. Zum Glück fallen diese nicht unmittelbar ins Auge und man muss schon wissen, wonach man sucht, um sie zu sehen.

Insgesamt schrammt das ansonsten im Grunde ausgezeichnete HD-Bild so an der vollen Punktzahl knapp vorbei.

Urteil: 7,5 von 8 Punkten




Ton:

Die Soundeffekte sind kraftvoll und dynamisch perfekt über alle Kanäle verteilt. Speziell die Verfolgungsjagden und Action-Szenen beeindrucken mit einem genialem Rund-Um-Sound-Erlebnis. Dabei sind aber nicht nur die Effekte sehr gelungen, auch die Filmmusik ist mit dem imposanten Batman- und dem fieberhaften Joker-Thema ein echter Hin-Hörer.

Das Sounddesign ist dabei im Allgemeinen stark auf ein möglichst spektakuläres Ergebnis ausgelegt.Wobei sowohl die Soundeffekte als auch die wuchtige Filmmusik mit aggressiven und volumigen Bässen überzeugen, die jedoch bei ersterem nicht ganz an Tiefgang und Kraft anderer Blu-rays, wie beispielsweise Iron Man oder Der Unglaubliche Hulk herankommen.

Wie immer wird von Warner nur der englischen Originalton in Dolby TrueHD geliefert. Der deutsche Ton muss dagegen mit herkömmlichen Dolby Digital auskommen. Während der verlustlos komprimierte englische Dolby TrueHD 5.1-Sound ein sehr gute Klarheit und Brillanz bietet, muss der verlustbehaftet encodierte deutsche Dolby Digital 5.1-Track dann in dieser Hinsicht ein wenig zurückstehen. Auch klingen die Bässe in Dolby TrueHD satter als die ein wenig dumpferen der deutschen Dolby Digital-Spur.

Hat man die Wahl, fährt man mit den Lossless-Sound also ein Stückchen besser. Wer aber vor allem auf den Boom-Effekt und gut beschäftigte Subwoofer aus ist, wird auch mit der deutschen Synchronisation hervorragend bedient.

Die Dialoge sind im Verhältnis allerdings sowohl in TrueHD als auch in der deutschen Fassung ein wenig zu leise abgemischt.

Der Sound von The Dark Knight ist nicht ganz perfekt aber nahe dran, denn die beschriebenen Problemchen fallen in der Gesamtbetrachtung nur geringfügig ins Gewicht.

Urteil: 7,5 von 8 Punkten




Extras:

Disc 1:

+ Gotham wird enthüllt – Fokus-Punkte (HD, VC-1, 64:10 Min.)

Disc 2:

+ Behind the Story

- Die Batman Technologie (HD, VC-1, 45:59 Min.)

- Batman demaskiert: Die Psychologie von Dark Knight (HD, VC-1, 46;02 Min.)

+ Gotham Tonight (HD, VC-1, 46:41 Min.)

+ Trailer und TV-Spots (HD, VC-1, 8:48 Min.)


Die Fokus-Punkte Disc 1 können entweder im Film an den entsprechenden Stellen – dafür wird der Film unterbrochen – oder als Making-Of in einem Stück angesehen werden. Der Schwerpunkt der Dokumentation liegt dabei auf den Special Effects und dem Filmen im IMAX-Format. Das Feature hebt sich dabei wohltuend von anderen derartigen Dokus ab und verzichtet weitgehend auf das übliche PR-Geschwafel. Außerdem werden einige Dinge enthüllt, die man nicht unbedingt erwartet hätte.

Die Featurettes auf der zweiten Disc liefern vor allem Hintergrundinformationen zum Film. Während sich Die Batman Technologie mit dem Bezug von Batmans Ausrüstung zur Realität beschäftigt, geben in Batman demaskiert verschiedene “Experten” ihr Wissen zu den psychologischen Elementen von Film und Comics wieder.

Die sechs Episoden der fiktiven und auch im Film zu sehenden TV-Show Gotham Tonight erklären darüber hinaus einige Hintergrundgeschichten zu Handlung und Charakteren in The Dark Knight.


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