Blu-ray Review: Doomsday (US-Import)
11. August 2008 | Von nk | Kategorie: Blu-ray Reviews, Reviews
Genre: Action, Horror
Deutscher Titel: Doomsday – Tag der Rache
Regie: Neil Marshall
Drehbuch: Neil Marshall
Darsteller: Rhona Mitra, Bob Hoskins, Alexander Siddig, Adrian Lester, Lee-Anne Liebenberg, Craig Conway, MyAnna Buring, Malcolm McDowell
Kinostart: 2008
Video: 1080p, 2,35:, VC-1-encodiert
Audio: Englisch in DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel: Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch
Laufzeit: 112 Min. 50 Sek.
Region: A, B, C
Anzahl der Discs: 1
Film:
Schottland: Der tödliche und unheilbare Reaper-Virus breitet sich mehr und mehr aus. Um die Verbereitung des Virus zu verhindern, entscheidet sich die Regierung den Norden der Insel hermetisch abzuriegeln und die verbliebene Bevölkerung dem Tod zu überlassen.
Ein paar Jahrzehnte später taucht der ausgestorben geglaubte Virus in London auf und bedroht dort abermals das Leben von Millionen Menschen. Doch was bisher von der Regierung geheimgehalten wurde: in Schottland gibt es Überlebende. Die bevorstehende Katastrophe zwingt Premierminister Hatcher (Alexander Siddig) jedoch dazu, die Geheimhaltung zu riskieren und ein Team in das angebliche von Menschen völlig verlassene Schottland zu schicken, um den vor Jahrzehnten ebenfalls in der Quarantänezone eingeschlossenen Wissenschaftler Kane (Malcolm McDowell) zu finden, der möglicherweise ein Heilmittel für die Seuche gefunden hat.
Unter der Führung von Major Eden Sinclair (Rhona Mittra) startet eine Gruppe aus hartgesottenen Soldaten und vielleicht brillanten, aber im Kampf völlig hilflosen Wissenschaftlern in das aufgegebene Schottland. Im Gegensatz zu den Erwartungen trifft das Team aber nicht nur auf eine Handvoll vor sich hin vegetierender Überlebender. Vielmehr hat sich das isolierte Land in den vergangenen Jahren zum Schauplatz einer tödlichen Fehde zwischen den von dem Psychopathen Sol geführten barbarisch-kannibalistischen Maraudern und einer mittelalterlichen von Dr. Kane selbst regierten Gruppe entwickelt.
Lassen sich in den ersten Minuten des Films noch ein paar gute Ansätze für einen soliden Endzeit-Thriller und eine interessante Hauptfigur erkennen, bleibt davon spätestens nach dem Überschreiten der Grenze in das eingezäunte Schottland nichts mehr übrig.
Dass sich Regisseur und Autor Neil Marshall im nun folgenden Gemetzel schamlos im Mad Max-Universum bedient – leider ohne jemals die selbe Klasse zu erreichen – ist neben der nach Belieben ein- bzw. ausgeschalteten Logik nur ein Problem. Hauptproblem ist vielmehr die oberflächliche, vorhersehbare und klischeehafte Story, deren einziger Daseinszweck darin zu bestehen scheint, die vielen Action-Szenen irgendwie miteinander zu verbinden. Dass dabei die Spannung auf der Strecke bleibt und die Charaktere bestenfalls zu stereotypen Abziehbildern geraten, ist dann nicht mehr überraschend.
Die vielen blutigen Effekte, die augenscheinlich außer Effekthascherei keinen Zweck erfüllen, dürften vor allem Genre-Fans gefallenen, machen Doomsday aber als Film nicht besser. Auch die teilweise gnadenlos schlecht ausgewählte Filmmusik und das teils triefende Pathos ziehen das Niveau schließlich in die B-Klasse der Filmproduktionen hinunter.
Trotz dieser erheblichen Probleme vergehen die nicht ganz zwei Stunden doch erstaunlich schnell und man kann nicht sagen, der Film wäre langweilig, wofür speziell das hohe Tempo der Erzählung und die erwähnten Action-Szenen verantwortlich sind.
Letzten Endes ist Doomsday ein belangloses und blutiges B-Movie, das vor allem durch sein hohes Tempo sowie die zahlreichen und oft auch sehr gut gemachten Action-Sequenzen auffallen kann. Ob das ausreicht muss jeder für sich entscheiden, aber richtig lohnen dürfte sich der Film wahrscheinlich nur für Genre-Fans.
Urteil: braucht man nicht gesehen zu haben/nur für Genre-Fans
Bild:
Das Bild der Blu-ray präsentiert sich in bester HD-Qualität. Zwar gibt es weniger als eine Handvoll Einstellungen, die – eventuell sogar absichtlich – etwas weicher ausfallen, aber generell glänzt der VC-1-Transfer mit einer ausgezeichneten Bildschärfe und Plastizität sowie feinsten Details.
Die Farben sind kräftig und gut gesättigt – bleiben dabei aber natürlich. Wobei nächtliche Szenen einen leichten Hang zu Blautönen erkennen lassen. Während ansonsten allgemein ein Trend zu rötlichen bzw. erdfarbenen Tönen vorhanden ist. Der Kontrast ist dabei genau wie der Schwarzwert sehr gelungen und in dunklen Szenen bleiben erstaunlich viele Details erkennbar.
Auffällig ist des Weiteren ein dezentes aber nicht störendes Filmkorn. Die Kompression selber ist fehlerfrei. Alles in allem demonstriert Doomsday, dass man für eine beeindruckende Bildqualität auch mit einer Single-Layer BD25 auskommen kann.
Urteil: 7,5 von 8 Punkten
Ton:
Der DTS-HD Master Audio 5.1-Track überzeugt mit ständig präsenten Surround-Kanälen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich gerade in einer der Action geladenen mit zahlreichen übertriebenen Soundeffekten aufwartenden oder einer der ruhigeren Szenen befindet. Der ständige Strom an hervorragend über alle Lautsprecher präzise verorteten und detailliert wiedergegebenen Soundeffekte erzeugt ein konstantes nahezu perfektes räumliches, den Zuschauer einhüllendes Soundfeld. Speziell die von einem aggressiven Bass unterstützten Effekte der Action-Sequenzen zeigen eine extreme Dynamik, so dass man in Sachen Oomph-Effekt sicher nicht enttäuscht wird.
Einziger Kritikpunkt sind die Dialoge, die gelegentlich akustisch etwas schwer verständlich sind. (Wobei auch der teils etwas übertriebene Londoner bzw. schottische Akzent für das Verständnis nicht besonders hilfreich ist.) Ansonsten bietet Doomsday einen Surround-Mix erster Klasse.
Urteil: 7,5 von 8 Punkten
Extras:
+ Audiocommentary with
+ U-Control
- Reaper-Files
- Tech-Specs
- Picture-In-Picture (Interviews, Behind-the-scenes)
Abgesehen von dem Audiokommentar bietet die Blu-ray nur noch in das schon von Universals HD DVDs bekannte U-Control-Feature eingebettete Extras. Überhaupt fühlt man sich als gestandener HD DVD-Nutzer auch auf Universal Blu-rays sogleich zu Hause, da neben U-Control auch das komplette Menü-Design vom roten ins blaue Format übernommen wurde.
Leider erzeugen die nur als Bild-In-Bild-Features abrufbaren Extras kein konstantes Erlebnis. So sind die in den Reaper-Files enthaltenen Informationen über die Hintergrundgeschichte der Story zu oberflächlich, um wirklich interessant zu sein und die Tech-Specs sind eigentlich überflüssig, da sie nur das wiedergeben, was man schon im Film erfährt. Lediglich die Making-Of-Features besitzen einen echten Informationswert. Leider muss aber man dabei mit dem je nach Bildschirm bzw. Leinwandgröße vergleichsweise mickrigen Bild-Im-Bild auskommen und im Film jeweils darauf warten bis sie angewählt werden können. Wenigstens gibt das Menü der Disc Auskunft über die Kapitel, in denen die entsprechenden Features anwählbar sind.