Blu-ray Review: INDEPENDENCE DAY 2: WIEDERKEHR

23. November 2016 | Von | Kategorie: Blu-ray Reviews, Reviews

Blu-ray Review von Simon Bruckmann

Blu-ray Erscheinungstermin: Kauf: 24.11.2016; Leih: 24.11.2016

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Anbieter: 20th Century Fox Home Entertainment
Genre: Science-Fiction, Action
Originaltitel: Independence Day: Resurgence
Land, Jahr: USA / 2016
Kinostart: 14.07.2016
 
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Carter Blanchard, Dean Devlin, Roland Emmerich
Darsteller (u.a.): Jeff Goldblum, Bill Pullman, Liam Hemsworth, Jessie Usher, Maika Monroe, Sela Ward, Charlotte Gainsbourg, Vivica A. Fox, William Fichtner, Brent Spiner
 

Video: 1080p24, 2,39:1, MPEG-4/AVC

Audio: DTS-HD Master Audio 7.1:Englisch; DTS 5.1: Deutsch, Französisch

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch

Laufzeit: ca. 119 Min.  
Region: B  
FSK: freigegeben ab 12 Jahren  
Anzahl der Discs: 1x BD  

 


 

Film:

Im Juli 1996 tauchten gewaltige Raumschiffe über unseren Städten auf und legten ganze Landstriche in Schutt und Asche. Die Hälfte der Weltbevölkerung wurde ausgelöscht. Die versprengten Reste des Militärs konnten mit Hilfe einiger kluger Köpfe wie David Levinson (Jeff Goldblum) und Dr. Okun (Brent Spiner) zum Gegenschlag ausholen, das Mutterschiff der Aliens zerstören und unsere Welt retten.

20 Jahre später hat die Menschheit sich vereinigt und sorgt gemeinsam dafür, dass wir beim nächsten Mal besser vorbereitet sind. Städte wurden wieder aufgebaut und es gibt Verteidigungsstationen auf dem Mond und im Erdorbit. David Levinson ist Chef der planetaren Verteidigungsorganisation ESD, Okun liegt im Koma. Ex-Präsident Whitmore (Bill Pullman) hat bleibende Schäden von seinem Kontakt mit den Aliens davongetragen und Captain Steven Hiller (Will Smith) ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Sein Sohn (Jessie Usher) dagegen ist inzwischen angesehener Kampfpilot.

Pünktlich zu den Feiern des 20. Jahrestages des Sieges über die Aliens trifft das Schlimmste ein: Ein unbekanntes Objekt hält auf die Erde zu und wird von der Mondverteidigung abgeschossen. Gleichzeitig passieren auch auf der Erde unerklärliche Dinge und schon bald taucht ein zweites Objekt auf. Ein Raumschiff, welches ein Drittel des Planeten bedeckt. Erneut müssen wir um unser Überleben kämpfen.

Wie im Film sind auch in der realen Welt 20 Jahre seit dem ersten Independence Day vergangen. In dieser Zeit haben wir uns als Menschheit zwar nicht unter einem Banner vereinigt und Alien-Technologie adaptiert, aber wir haben Special-Effects in Kinofilmen beinahe perfektioniert. Immerhin. Und das hat Roland Emmerich zum Anlass genommen, seinem vielleicht größten Werk eine Fortsetzung zu spendieren. Und nach 20 Jahren liegt die Messlatte hoch. Erwartungen stehen im Raum, denen man vielleicht gar nicht gerecht werden kann. Das sollte man bedenken, wenn man sich Independence Day: Wiederkehr anschaut und bewertet. Bekannt geworden ist Roland Emmerich mit seinen Katastrophenfilmen. Bei ihm knallt und kracht es. Independence Day, 2012 und Godzilla sind nicht umsonst die bekanntesten Vertreter seines künstlerischen Schaffens. Doch er kann auch leise – was er mit Anonymous und Stonewall bewiesen hat.

Und jetzt Independence Day: Wiederkehr. Der Film sprengt alle Dimensionen, die man bisher gesehen hat. Waren gewaltige Tsunamis in 2012 noch der spektakuläre Höhepunkt des Filmes, so verkommen ebenjene hier zur Nebensache. Der halbe Planet wird verwüstet. Ganze Ballungsräume werden vom Raumschiff der Aliens einfach zerquetscht. Alles gerät aus den Fugen. Und genau da liegt das große Problem: es liegt so viel Fokus auf der Zerstörung, dass alles andere hinten rüber fällt. Die Darsteller gehen (mit Ausnahme Jeff Goldblums) gnadenlos vor ihren Greenscreens unter. Es kümmert auch herzlich wenig, wer da jetzt gerade stirbt. Die Story hat Löcher, größer als das Mutterschiff der Aliens. Welcher Charakter gerade wo mitspielt, und wie er jetzt genau da hinkommt, ist eigentlich total egal. Irgendwie finden alle ihren Weg an die richtigen Stellen.

Aber egal, Independence Day: Wiederkehr ist ja ein Sci-Fi-Action-Bombast-Streifen und da denkt man nicht so viel nach, oder? Wer es schafft, sein Hirn komplett auf Standby zu setzen, der wird womöglich gut unterhalten. Der Film bringt großartige Schauwerte mit und zeigt globale Zerstörung in ungeahntem Ausmaße. Wem das reicht – okay. Für mich bleibt am Ende ein sehr fader Beigeschmack: 20 Jahre Zeit für ein Sequel und dann kommt so etwas raus…?

Urteil: Eine verpasste Chance.

 


 

Bild:

Das Bild ist natürlich phantastisch. Bestechende Special Effects in Perfektion beherrschen die Scheibe. Der Film entstand fast ausschließlich im Computer und vor dem Green Screen. Das merkt man dem Film zwar hin und wieder an, im Großen und Ganzen sieht der er allerdings umwerfend aus. Die technologischen Möglichkeiten wurden voll ausgeschöpft. Kontraste sind klar, dunkle Szenen bleiben stabil und Fehler, wie zum Beispiel Artefakte, sind schlicht nicht vorhanden. Leider liegt das Bild nicht im bestechenden IMAX-Format vor, was den einzigen “Negativpunkt” in dieser Kategorie darstellt.

Urteil: 7,5 von 8 Punkten

 


 

Ton:

Schwierig. Die englische Spur liegt in DTS-HD Master Audio 7.1 vor. Die Spur ist angenehm druckvoll und sehr räumlich. Dialoge sind klar verständlich und die Spur ist recht detailliert. Allerdings merkt man dem Film deutlich seinen Ursprung in einer Sound Stage an: Alles wirkt künstlich und es gibt keine echten Umgebungsgeräusche.

Der deutsche Ton liegt in DTS 5.1 vor. Das Format ist in Ordnung, die Räumlichkeit und der Druck ebenfalls. Die Abmischung der Dialoge wurde allerdings völlig in den Sand gesetzt. Während Raumschiffe und Raumkanonen in hoher Lautstärke durch den Raum scheppern, bleiben viele Dialoge viel zu leise und teilweise kaum verständlich. Das Problem betrifft dabei ausschließlich die deutsche Spur. Warum auch hier wieder nicht auf die neuen, objektbasierten 3D-Formate Dolby Atmos / DTS:X gesetzt wurde, bleibt das Geheimnis der Marketingabteilung von 20th Century Fox.

Urteil: 6 von 8 Punkten

 


 

Bonusmaterial:

Das Bonusmaterial ist in Ordnung, aber kein echter Kaufgrund. Die entfallenen Szenen sind nett anzuschauen, verleihen dem Film aber keine neue Qualität. Die beiden kurzes Featurettes (Der Krieg von 1996 & Frühstücksfernsehen) bewegen sich zwischen Überflüssigkeit und Peinlichkeit. Die fast einstündige Dokumentation dagegen ist interessant und bietet viele spannende Einblicke.

 

- 8x Entfallene Szenen (8:24)

- Der Krieg von 1996 (5:11)

- Frühstücksfernsehen: It’s early ABQ (3:07)

- Ein anderer Tag: Die Entstehung von Independence Day: Wiederkehr (55:25)

- Spaß am Set (6:14)

- Designkonzepte

- 3x Trailer und TV-Spot (5:18)

 

 


 

Bedienung und weitere Ausstattung:

Die Scheibe lädt schnell und problemlos. Die Menüs sind einfach und umkompliziert gehalten.

 


 

Fazit:

Ich verstehe es nicht. Wenn man 20 Jahre Zeit hat und nahezu unbegrenzte technische Möglichkeiten, warum kann man dann kein anständiges Sequel auf die Beine stellen…? Klar musste bei der Wiederkehr alles größer und bombastischer sein. Aber musste das wirklich auf Kosten einer durchdachten Handlung und der Charaktere gehen. Da wartet man 20 Jahre auf ein Wiedersehen mit Levinson, Whitmore und Hiller und am Ende sind sie entweder rausgeschrieben oder verkommen zu nebensächlichen Randerscheinungen der Apokalypse. In meiner Welt reicht es mit dieser Leistung nicht einmal zum “Kopf aus, einfach berieseln lassen”; so groß sind die Löcher im Drehbuch. Ein Bauchklatscher, der sich auch an den Kinokassen widergespiegelt hat.

Die Scheibe glänzt mit einem sehr guten Bild, schneidet aber leider beim Ton unerwartet schlecht ab. Es fehlen moderne Soundformate und die vorhandene deutsche Spur ist misabel abgemischt. Harte Worte, aber wir reden hier immerhin von der Fortsetzung zu Independence Day.

Der Film hat damals Maßstäbe gesetzt. Das schafft sein Nachfolger leider keineswegs. Das Bonusmaterial ist weitestgehend sehenswert, aber kein echter Kaufgrund.

Nichts desto trotz wird es Independence Day: Wiederkehr wahrscheinlich in die meisten gut sortierten Filmregale schaffen. Es ist halt doch irgendwie das Sequel zu einem der besten Sci- Fi/Katastrophen-Klassiker der Filmgeschichte. Schade, dass hier eine große Chance vertan wurde.

Gesamturteil: Einmal sehen sollte reichen. Lieber leihen und nicht viel drüber nachdenken.

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