Blu-ray Review: HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS (1978)

20. Februar 2012 | Von | Kategorie: Blu-ray Reviews, Reviews

Review von Jörg Elbe

Blu-ray Erscheinungstermin: Kauf: 16.02.2012 Halloween - Die Nacht des Grauens Blu-ray Disc bei Amazon.de

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Anbieter: Concorde
Genre: Horror, Thriller
Originaltitel: Halloween
Regie: John Carpenter
Drehbuch: John Carpenter, Debra Hill
Darsteller (u.a.): Donald Pleasence, Jamie Lee Curtis, Nancy Loomis, Charles Cyphers, P.J. Sole, Kyle Richardss
Kinostart: 06.07.1979
Video: 1080p24, 2,35:1, MPEG-4/AVC
Audio: Deutsch in DTS-HD Master Audio 5.1 und DTS 2.0, Englisch in DTS-HD Master Audio 5.1 und DTS 2.0

Untertitel: Deutsch

Laufzeit: ca. 91 Min. 09 Sek.
Region: B
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Anzahl der Discs: 1x BD




Film:

Halloween (1978), (c) ConcordeDer kleine Michael Myers setzt sich am Halloween-Abend eine Clownsmaske auf, nimmt ein Messer und ersticht seine ältere Schwester. Fünfzehn Jahre später kann er einen Tag vor Halloween aus der Anstalt fliehen, in der er seit dem Mord einsperrt wurde. Sein Psychiater Doktor Loomis (Donald Pleasence), der in ihm das absolute Böse verkörpert sieht, ahnt, dass Myers in seine Heimatstadt Haddonfield zurückkehren will. Zusammen mit Sheriff Brackett (Charles Cyphers) macht er sich auf die Suche nach dem Entflohenen. Aber Myers hat mit der High School Schülerin Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) schon längst ein neues Opfer im Visier und erneut bricht eine blutige Halloween-Nacht an.

Nachdem John Carpenter mit den Kinofilmen Dark Star und Assault – Anschlag bei Nacht (Das Ende) im Filmgeschäft bekannt geworden war, wendete er sich 1978 einem neuen Genre zu, mit dem er wie mit keinem anderen bis heute in Verbindung gebracht wird: dem Horrorfilm. Wie bereits zuvor arbeitete Carpenter dabei an vielen Fronten gleichzeitig, als Drehbuchautor, Komponist und Regisseur. Gleichberechtigte Partnerin war seine damalige Lebensgefährtin und Produzentin Debra Hill. Da es sich um eine Low-Budget-Produktion handelte, verblieb kein Geld für bekannte Namen. Nachdem Christopher Lee (der die Entscheidung in den Folgejahren bedauerte) und Peter Cushing die Rolle des Doktor Loomis ablehnten, ging der Part an Donald Pleasence, der damit für alle Zeiten verbunden bleiben wird. Die TV-Darstellerin Jamie Lee Curtis debütierte mit der Rolle der Laurie auf der Kinoleinwand, die die Actress jahrelang auf die Rolle der “Scream Queen” festlegte. Die Besetzung mit Curtis hatte noch einen werbewirksamen Nebeneffekt, ist sie doch die Tochter von Psycho Darstellerin Janet Leigh. Die Rolle des erwachsenen Myers verkörperte mit Nick Castle (Starfight) ein weiterer Freund Carpenters. Castle wurde somit ein ikonenhafter Charakter, ohne das jemand sein Gesicht kannte.

Was Halloween von den vielen Nachfolger und Nachahmern (Freitag, der 13., Muttertag) unterscheidet, ist das große Talent des John Carpenter. Er schafft es durchgängig eine hohe Spannung aufrecht zu erhalten und das ohne plakative Splattereffekte. Schon die Eröffnungssequenz schlägt einen in den Bann. Wir schauen durch die Augen des Mörders, können das Geschehen nur durch die Sehschlitze der Maske betrachten. Carpenter zeigt stets weniger, deutet an, lässt das Geschehen oft in der Vorstellung des Zuschauers abspielen. Das Böse huscht vorbei, wird als Schatten, als Silhouette gezeigt. Man weiß, dass es gleich zuschlagen wird, dieser Spannungsaufbau wird bis an die Grenze ausgereizt. Auch ist praktisch kein Blut zu sehen, wobei man meint viel mehr gesehen zu haben. Ein weiterer Baustein ist die vom Regisseur selbst komponierte Musik. Das Titelthema kennt buchstäblich jedes Kind und lässt schon beim Anhören ein wohliges Furchtgefühl aufkeimen. Dazu werden häufig Synthie-Blast Effekte platziert, die Schrecksekunden auszulösen vermögen. Für Fans gibt es einige Anspielungen zu entdecken, wie z. B. der Film The Thing, der im Fernsehen läuft. Der Howard Hawks-Fan Carpenter hatte sich dies nicht nehmen lassen. Einige Jahre später legte er mit einem Remake eben dieses Films erneut einen Klassiker des modernen Horrorfilms vor.

Urteil: ein wahrhaftiger Klassiker des modernen Horrorfilms




Bild:

Halloween (1978): Jamie Lee Curtis, (c) ConcordeDie Blu-ray von Concorde ist bereits die dritte deutsche Auflage des Horroklassikers auf Blu-ray. Ein Vergleich mit den 2010 und 2011 Releases von Marketing-Film bietet sich daher an. Alle Ausgaben basieren auf dem 1080p24 Transfer (2,35 : 1) der amerikanischen Blu-ray von Anchor Bay (wie auch die UK Version). Gut zu erkennen an der Verschmutzung im Hausdach bei Timcode 29:30 (Marketing 29:15).

Dem Concorde Release wurde ein ca. 15 Sekunden langer Vorspann hinzugefügt, entsprecht verlängert sich die Laufzeit. Die Bitrate der neuen Auflage liegt mit durchschnittlich 20 MB/s generell niedriger als die früheren Versionen, die identisch mit der US-Version waren. Auch scheint das Bild leicht dunkler zu sein.

Die deutlichen Vorteile gegenüber den DVD-Auflagen sind jedoch allesamt vorhanden. Da wären der höhere Detailreichtum, auch wenn, vor allem ab der Halbtotalen, von Unschärfen begleitet. Dies begründet sich jedoch im Filmmaterial selbst und nicht im Transfer.

Die Farbsättigung ist durchweg gut gelungen und gibt ein allgemein helleres Bild, von welchem die Tageslichtaufnahmen stark profitieren. Der Transfer bietet ein Filmkorn, welches zu keinem Zeitpunkt unangenehm sichtbar auffällt. In dunklen Szenen kommt es immer wieder zu Rauschen, dadurch werden Details verschluckt. Ansonsten geht der Schwarzwert in Ordnung. Verschmutzungen und gelegentliche Blitzer sind auszumachen, sie fallen jedoch kaum auf. Schwerwiegendere Bildmängel sind praktisch nicht vorhanden.

Urteil: 6 von 8 Punkten




Ton:

Halloween (1978): Nancy Kyes, P.J Soles und Jamie Lee Curtis, (c) ConcordeDer Ton war bislang der Schwachpunkt jeder Halloween Veröffentlichung und das hat sich auch mit der vorliegenden Blu-ray nicht geändert. Zwar werden die Tonspuren nun wahlweise in DTS-HD Master Audio 5.1 (ca. 2 MB/s) und DTS 2.0 (639 kB/s) präsentiert, doch die Mängel früherer Versionen konnten nicht beseitigt werden.

Das Geschehen spielt sich hauptsächlich im vorderen Bereich ab, die rückwärtigen Lautsprecher werden nur selten, hauptsächlich beim Score aktiv. Dieser klingt in der 5.1 Variante besser. Leider ist die Sprachverständlichkeit eingeschränkt, klingt teils dumpf, dünn und blechern. In dieser Hinsicht ist die deutsche 2.0 Spur sogar die bessere Wahl. Im Original weist die verlustfrei HD codierte Spur Vorteile auf.

Urteil: 4 von 8 Punkten




Bonusmaterial:

Halloween (1978): Donald Pleasence, (c) ConcordeNeben dem empfehlenswerten Audiokommentar sind einige kurze Beiträge enthalten, die in SD Qualität vorliegen. Leider fehlt die spielfilmlange Dokumentation A cut above the rest, die auf der US und UK-Blu-ray enthalten ist und der deutschen Halloween DVD-Box beilag.

 

  • Audiokommentar mit John Carpenter, Jamie Lee Curtis und Debra Hill
  • Halloween Interviews (12:23)
  • An den Originalschauplätzen: 25 Jahre später (10:34)
  • Die “heiligen Stätten” des Horror Genres (17:45)
  • Spots und Trailer (6:26)
  • Programmtipps

 




Fazit:

Halloween (1978): Jamie Lee Curtis, (c) ConcordeHalloween gehört zu den Horrorfilm Klassikern schlechthin. Das Werk bedeutete für Regisseur Carpenter den Start in seine goldene Schaffensperiode, die bis Ende der 80er anhielt. Seine Filme tragen immer eindeutig seine Handschrift und könnten so von niemand anderem inszeniert worden sein. Das er es immer noch kann, zeigt sein respektables neues “Old School”-Werk “The Ward”.

Viele der Darsteller werden bis heute mit dem Film verbunden, wobei Jamie Lee Curtis viele Jahre brauchte, um sich von ihren Image zu lösen. Keiner der vielen Folgewerke konnte die Qualität des Originals erreichen.

Die Neuauflage von Concorde bietet etwas mehr Bonusmaterial und verfügt über die gleich gute Bildqualität, die jede DVD Veröffentlichung weit hinter sich lässt. Das Manko ist immer noch der Ton, aber das wird sich wohl nicht ändern lassen, es liegt im Ausgangsmaterial begründet. Wer eine der früheren Auflagen besitzt, sollte sich eher um weiteres Bonusmaterial bemühen. Alle anderen können bedenkenlos zugreifen.

Gesamturteil: Kaufempfehlung

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