HD DVD Review: 300 (US-Import)

8. Juni 2008 | Von | Kategorie: HD DVD Reviews, Reviews

Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Zack Snyder, Kurt Johnstad und Michael Gordon
Darsteller: Gerard Butler, Lena Headey, David Wenham, Dominic West, Vincent Regan, Andrew Tiernan, Stephen McHattie, Rodrigo Santoro
Kinostart: 2006

Video: 1080p High Defnition 16:9 2,4:1, VC-1 encodiert
Audio: Englisch in Dolby True HD 5.1, Englisch, Französisch, Spanisch in Dolby Digital Plus 5.1
Untertitel: Englisch, Französisch und Spanisch

Laufzeit: 117 Min.

Anzahl der Discs: 1




Bei der Disc handelt es sich um eine sogenannte Combo-Disc. Diese Besprechung bezieht sich ausschließlich auf die HD DVD-Seite.

Film:

Die Spartaner, ein durch unerbittliche Auslese und Ausbildung zu Elite-Kriegern gedrilltes Volk wird im Jahre 480 v. Chr. vom persischen König Xerxes (Rodrigo Santoro) vor die Wahl gestellt – Unterwerfung oder Tod. Bereits das Stellen der Frage hat für Xerxes’ Unterhändler tödliche Folgen – ein Leben als Vasallen ist für die stolzen und vom Ideal der eigenen Stärke geprägten Spartiaten nicht einmal eine theoretische Option. Wohl wissentlich, dass seine Armee den Persern zahlenmäßig weit unterlegen ist, möchte der spartanische König Leonidas (Gerard Butler) das gegnerische Heer in die enge Felsenschlucht bei den Thermopylen locken, um dort im Kampf Mann gegen Mann die numerische Überlegenheit der Perser zu neutralisieren. Bevor er jedoch mit seinem Heer in den Krieg ziehen kann, benötigt er noch die Zustimmung der Ephoren. Die korrupten Priester sind allerdings von den Persern bestochen und verweigern ihren Seegen. So bleiben dem König nur 300 seiner besten Krieger, um sich dem persischen Millionenheer entgegenzustellen.

Bei 300 handelt es sich im Grunde um eine typische Heldengeschichte, bei der sich der Held bis zur Selbstaufopferung in den Dienst einer höheren Sache stellt – in diesem Fall der Verteidigung der Freiheit Spartas. Dabei orientiert sich Zack Snyders Werk nur an den Kernfakten der Historie, wodurch die gesamten Umstände der damaligen Ereignisse nur sehr simplifiziert dargestellt werden. Allerdings kann man dies dem Filmemacher auch nicht verübeln, war doch nicht eine Dokumentation sein Ziel, sondern ein packender Actionfilm.

Dabei versucht die Verfilmung eines Comic-Buches von Frank Miller so nah am Vorbild zu bleiben wie nur irgend möglich. Allein der visuelle Stil des Films setzt hier Maßstäbe. Man könnte meinen, der Comic wäre plötzlich lebendig geworden. Ansonsten ist der Film sehr stilisiert und strotzt vor Pathos – angefangen beim Heroismus der Hauptcharaktere über die Darstellung der Gewalt bis hin zu den gestählten Körpern der Spartiaten. Außerdem ist 300 von übertriebenem Symbolismus geprägt, welcher unter anderem in einem beinahe drei Meter hohen Xerxes zum Ausdruck kommt.

Die Story ist konsequent erzählt und ohne Längen. Die Kampfszenen sind atemberaubend in Szene gesetzt. Sie sind ästhetisch, kraftvoll und brutal. Der häufige Einsatz der Zeitlupe gibt den Kämpfen einen beinahe epischen Charakter.

Zur Beurteilung der schauspielerischen Qualitäten muss man sich vor Augen führen, dass der gesamte Film vor einem Bluescreen gedreht wurde. In Anbetracht der erschwerten Bedingungen sind die Leistungen der Darsteller beachtlich. Ihr Spiel ist intensiv, natürlich und flüssig. Was unter den genannten Umständen mit Sicherheit auch auf die hervorragende Regie von Zack Snyder zurückzuführen ist.

Der Film bietet eine bestechende visuelle Inszenierung, wie man sie vorher noch nicht gesehen hat. Ebenso beeindruckend ist die Treue zum Vorbild, so nah an der Vorlage ist bisher kaum eine Comic-Verfilmung geblieben.

Urteil: sehr sehenswert




Bild:

Aus der Sicht eines Puristen haben die Macher von 300 sicherlich einige Entscheidungen – jedes Bild im Film wurde am Computer bearbeitet – zu Ungunsten einer idealen Bildqualität getroffen. So ist der Film von einem sehr deutlich sichtbaren Filmkorn geprägt, bietet einen überzeichneten Kontrast und lässt Details teilweise im Schatten verschwinden. Auch ist die Farbpalette stark eingeschränkt. Der Film bietet beinahe ausschließlich bronzene sowie grau-bläuliche Farbtöne unter zur Hilfenahme von gelegentlichen Rottönen. Insgesamt wirkt der Film daher etwas zweidimensional.

Jedoch liegen alle diese Entscheidungen in dem Vorsatz der Filmemacher begründet, sich möglichst nah am Vorbild des Comics zu halten. Was den Filmemachern auch hervorragend gelungen ist. Der Comic ist kein glänzendes und glattes Paintbrush-Werk, sondern dunkel, rau und kantig gezeichnet. Insofern sind alle vermeintlichen Mängel des Bildes Stilmittel, die untrennbare Bestandteile des Gesamtwerkes sind, ohne die 300 nicht der Film wäre, der er ist.

Der Transfer an sich ist von bester Qualität. Das Bild ist über die gesamte Laufzeit sehr scharf und detailliert, was besonders in den zahlreichen Nahaufnahmen sehr gut zur Geltung kommt. Die Texturen und Strukturen der Oberflächen sind sehr schön anzusehen. Klassische Bildfehler, wie z.B. Artefakte oder Solarisations- bzw. Posterisationseffekte, sind nicht zu erkennen gewesen.

Insgesamt betrachtet ist die Visualisierung von 300 einfach beeindruckend.

Urteil: 8 von 8 Punkten




Ton:

Der Sound von 300 ist mindestens genauso gewaltig wie die Bilder. In den Kampfszenen geht es zur Sache – die aufeinanderprallenden Schilde, die klirrenden Schwerter – alles ist fulminant in Szene gesetzt. Aber auch außerhalb des Kampfgeschehens wurden sehr eindrucksvolle Sound-Effekte kreiert. Umgebungsgeräusche werden, mit Ausnahme des Windes, der in Sparta ständig zu wehen scheint, nur selten wiedergegeben. In den ruhigeren Szenen findet man somit an Stelle von Effekten oft die sehr gut zu Theatralik und Pathos der Geschichte passende Filmmusik. Gelegentlich allerdings gibt es außer den – im gesamten Film stets sehr gut verständlichen – Stimmen der Schauspieler nichts zu hören.

Die Gestaltung der Sound-Effekte ist, getreu dem Gesamtstil des Films, unrealistisch – beinahe surreal – und überhöht. So sind beispielsweise auch die Lautstärkeunterschiede zwischen den einzelnen Effekten mehr dem künstlerischen Willen als den Naturgesetzen unterworfen.

Insgesamt liefert 300 einen sehr dynamischen Ton mit einem satten Bass und sehr gut abgemischten Surround-Effekten, der Heimkino-Anlagen richtig zur Geltung bringt.

Urteil: 8 von 8 Punkten




Extras:

+ Bluescreen Picture-In-Picture Version
+ Additional Scenes
+ Frank Miller’s Vision Realized on Film
+ 300 Spartans – Fact Or Fiction?: The Shocking Life of a Spartan Revealed
+ Who Were The Spartans?: How the Actors Built Their Characters Based on Spartan Customs
+ Webisodes: Go on Set with the Cast and Crew
+ Exclusive To HD DVD Game Vengeance And Valor
+ Pick Your Favourite Scenes
+ Web-Enabled Features

Eine kurze Anmerkung zu den Web-Features und dem Spiel “Vengeance And Valor”:

Die Web-Features bestehen diesmal aus der Möglichkeit Online 300 Wallpaper und Klingeltöne für das Handy zu erwerben. Dabei erfolgt nur die Auswahl über das Netz, der eigentliche Kauf wird dann per SMS abgewickelt. Das auf der HD DVD bei den Extras zu findende Spiel “Vengeance And Valor” ist nett gemacht, jedoch recht rudimentär. In dem in Echtzeit ablaufenden Strategie-Spiel muss man seine spartanischen Armeen auf einer Karte zusammenstellen und manövrieren, um die Perser zu besiegen. Leider hat man nicht wirklich viel Einfluss auf den Verlauf einer Schlacht. Der Schwierigkeitsgrad ist recht hoch, und wer gewinnen will, wird etwas Zeit brauchen, um das Spiel zu beherrschen.

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