HD DVD Review: Hot Fuzz (US-Import)

6. Juni 2008 | Von | Kategorie: HD DVD Reviews, Reviews

Deutscher Titel: Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis
Regie: Edgar Wright
Drehbuch: Edgar Wright und Simon Pegg
Darsteller: Simon Pegg, Nick Frost, Timothy Dalton, Jim Broadbent, Bill Nighy, Martin Freeman
Kinostart: 2007

Video: 1080p, 2,35:1, VC-1 encodiert
Audio: Englisch und Französisch in Dolby Digital Plus 5.1 EX
Untertitel: Englisch, Französisch
Laufzeit: 121 Min.

Anzahl der Discs: 1




Bei der Disc handelt es sich um eine sogenannte Combo-Disc. Diese Besprechung bezieht sich ausschließlich auf die HD DVD-Seite.

Film:

Nicholas Angel (Simon Pegg) ist der beste Cop in London. Sein Problem – er ist zu gut, denn neben ihm muss jeder andere einfach schlecht aussehen. So beschließen seine Vorgesetzten, ihn los zu werden und Angel mit Hilfe einer kleinen List in das ländlich-beschauliche Sandford abzuschieben. In der Kleinstadt angekommen trifft Angel die volle Breitseite der britischen Provinz. Ein paar Jugendliche aus dem lokalen Pup werfen oder entflohene Schwäne einfangen – mehr scheint es in Sandford für den hart gesottenen aber überkorrekten Großstadtpolizisten nicht tun zu geben. Auch seine offensichtlich völlig unerfahrenen Kollegen geben ihr Bestes um Angels Frustration weiter zu steigern. An vorderster Front steht dabei Angel’s neuer Partner, der einfache aber gutherzige Danny Butterman (Nick Frost), welcher zufällig auch noch der Sohn des örtlichen Polizeichefs (Jim Broadbent) ist.

Doch bereits nach kurzer Zeit unterbricht eine Serie von mysteriösen Todesfällen das ruhige Kleinstadtleben und erweckt Angels kriminalistischen Instinkt. Sein besonderes Interesse erweckt dabei der merkwürdige Besitzer des örtlichen Supermarktes Simon Skinner (Timothy Dalton) sowie die Tatsache, dass, abgesehen von Angel, jeder in der Stadt – inklusive der Polizisten – versucht auch offensichtliche Verbrechen zu Unfällen zu degradieren. Aber Nicholas Angel erkennt ein Verbrechen bereits auf den ersten Blick und begibt sich auf die Spur des Mörders.

Der Film versetzt die schrulligen und sehr eigenen Persönlichkeiten des britischen Land- und Kleinstadtlebens – wie man sie aus so vielen britischen Filmen kennt – sowie einen vorschriftshörigen Polizisten in den Plot eines modernen Action-Films. Dabei funktioniert Hot Fuzz gleich auf mehrere Weisen, er ist eine Buddy-Komödie, eine Actionfilm-Parodie und bietet dazu noch einige gesellschaftliche Seitenhiebe. Wobei man schnell erkennt, dass es den Machern nicht darum ging, die genannten Genres zu veralbern oder zu verspotten. Die zahlreichen witzig aber respektvoll inszenierten Zitate zeugen eher von einer Liebeserklärung an das Action- und Buddy-Movie-Genre.

Insofern handelt es sich bei Hot Fuzz um eine Mischung aus Parodie und Hommage, welche die beiden Macher Edgar Wright und Simon Pegg auf ihre ganz eigene bereits aus Shaun Of The Dead und Spaced* bekannte Art der Inszenierung auf die Leinwand gebracht haben. So unterhält auch Hot Fuzz mit gewitzten Dialogen und einer trockenen bis schreienden, teils bis ins Bizarre gehenden Situationskomik. Da sich Hot Fuzz dem Action-Genre widmet, gibt es in dem Film auch einige entsprechende Szenen zu bewundern. Besonders der furiose fast 20-minütige Showdown ist genial – natürlich auf die Hot Fuzz Art und Weise – in Szene gesetzt und befindet sich auf seine Art auch mit den großen Filmen des Genres auf einer Augenhöhe.

Ebenfalls aus den vorhergehenden Kollaborationen von Edgar Wright und Simon Pegg bekannt ist das Darsteller Duo Pegg und Frost, so verwundert es nicht, dass beide Schauspieler in denen ihnen – im Fall von Pegg sich selbst – auf den Leib geschriebenen Rollen brillieren können. Aber auch der Rest der Darstellerriege – beinahe alle sehr erfahrene britische Schauspieler – überzeugt mit einer hervorragenden und Zwerchfell stimulierenden Leistung.

Während Pegg vor allem vor der Kamera für Aufruhr sorgt, zeigt Edgar Wright als Regisseur sein beachtliches Können.

Insgesamt betrachtet ist Hot Fuzz eine extrem witzige Komödie im typischen Stil von Simon Pegg und Egar Wright oder wie es einer der Darsteller in den Extras sehr passend ausdrückt, das was dabei herauskommt, wenn Miss Marple auf Jerry Bruckheimer trifft.

* in Deutschland bisher nicht gesendete aber ausgesprochen lustige TV-Serie von Edgar Wright und Simon Pegg

Urteil: sehr sehenswert




Bild:

Das Bild von Hot Fuzz wirkt weder zu aufdringlich überzeichnet, noch zu zurückgezogen matt, vielmehr besticht es durch seine Klarheit und Präzision.

Insbesondere die ausgezeichnete Schärfe und Detaildarstellung fallen hier ins Auge des Betrachters. Strukturen und Texturen sind wunderschön anzusehen. Dabei glänzen nicht nur wie üblich die Vordergründe bzw. Großaufnahmen, sondern auch die Hintergründe im Film sind erstaunlich scharf und detailreich, wodurch das Bild eine angenehme Tiefenwirkung erhält.

Der Kontrast ist wie der Schwarzwert bestens gelungen, so dass auch in schwierigen Szenen – es sei den dies ist beabsichtigt – keine Details verloren gehen. Die Farben sind kräftig, satt, natürlich und sehr präzise und sorgen so für eine besondere Lebhaftigkeit.

Filmkorn oder Bildfehler sind dem Transfer völlig fremd. Nimmt man all diese Faktoren zusammen, ergibt sich ein Bild mit der wahrscheinlich besten bisher zu bewundernden Qualität und damit verdientem Referenz-Status.

Urteil: 8 von 8 Punkten (Referenz)




Ton:

Normalerweise würde man von einer britischen Komödie keine außergewöhnlichen Sound-Eindrücke erwarten. Doch Hot Fuzz geht hier ganz andere Wege. Der Ton ist sehr dynamisch und die Sound-Effekte, besonders im Zusammenhang mit den Action-Sequenzen, sind satt und kraftvoll sowie deutlich überhöht.

Bereits die Gasexplosion in einem mittleren Landhaus wirkt wie die Explosion eines riesigen Munitionsdepots und lässt den Subwoofer Schwerstarbeit verrichten. Auch die Schießereien können Filmen wie Heat alle Ehre machen. Surround-Effekte kommen dabei ebenfalls nicht zu kurz und gefallen sehr gut.

Auch die Dialoge wurden sehr gut eingearbeitet und priorisiert, so dass deren Verständlichkeit – so man nicht am teilweise deutlichen Dialekt der Charaktere scheitert – immer gewährleistet ist.

Die Filmmusik bei Hot Fuzz ist passend übertrieben und voller Referenzen an die Originale der zitierten Genre. Das einzige was Hot Fuzz im Audio-Bereich vermissen lässt, ist ein Lossless-Track a la Dolby True HD oder DTS HD MA. Aber auch die ausgezeichnete Dolby Digital Plus EX Tonspur bietet dem Zuschauer/Zuhörer bereits mehr als man erwarten kann.

Urteil: 8 von 8 Punkten




Special Features:

+ Outtakes
+ Theatrical Trailers
+ The Man Who Would Be Fuzz
+ Hot Funk (The TV Version)
+ Danny’s Notebook: The Other Side
+ 4 Audio Commentaries
+ Fuzz-O-Meter (Trivia Track)
+ Storyboards
+ The Evidence Room:
- Inadmissible: Deleted Scenes
- Conclusive: Making Of Documentary
- Speculative: Video Blogs
- Forensic: Featurettes
- Photographic: Galleries
- Hearsay: Plot Holes And Comparisons
- Falsified: Dead Right

Die Special Features sind sehr umfassend und zum aller aller größten Teil witzig sowie mindestens unterhaltsam und damit sehenswert.

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